13. Oktober 2021, 19:30 Uhr, Domchorsaal

Kammerkonzert

Constanze-Quartett Salzburg

Èmeline Pierre Larsen, Riro Motoyoshi (Violinen), Elen Guloyan (Viola) und Julia Ammerer-Simma (Violoncello), spielen Werke von Fanny Hensel (1805–1847) Clàudia Baulies (*1994) und Emilie Mayer (1812–1883). 

 

Zwölf Streichquartette komponierte Emilie Mayer und dennoch tauchen sie kaum je im heutigen Konzertsaal auf. Die Komponistin wurde 1812 in Friedland (Mecklenburg) geboren, bekam schon früh Klavierunterricht und war von 1841 bis 1847 Schülerin Carl Loewes in Stettin, wo ihre ersten Werke entstanden.  Ab 1847 studierte sie in Berlin u.a. bei Adolph Bernhard Marx und unternahm zahlreiche Konzertreisen als Pianistin. Emilie Mayer hinterließ ein umfangreiches musikalisches Werk, darunter acht Sinfonien, zwölf Streichquartette, fünfzehn Konzertouvertüren, Violin- und Cellosonaten, ein Singspiel, Lieder und Chöre, das nach ihrem Tod völlig in Vergessenheit geriet und erst seit kurzem von der Wissenschaft wieder entdeckt wird.

 

„Noch nie ist mir Musik vor Wagner und Liszt (Fanny starb 9 Jahre vor der Vollendung von Wagners „Tristan und Isolde“) eine derartig kreative Infragestellung klassischer Harmonik begegnet.“ schrieb der Musiktheoretiker Diether de la Motte über Fanny Hensels einziges Streichquartett in Es-Dur, das 1834 in der Auseinandersetzung mit Beethovens op. 74 und dem Streichquartett ihres Bruders Felix Mendelssohn Bartoldy op. 12 entstand.

Clàudia Baulies Quartett „Cinco Colores de Té“ ist in diesem Konzert der Beitrag einer zeitgenössischen Komponistin, die 1994 geboren ist.

 

Die musikalischen Wege der vier, aus verschiedenen Ländern und Kontinente stammenden Musikerinnen des Constanze Quartetts sollten allesamt in der kleinen, doch weltweit einmaligen Musikmetropole Salzburg zusammentreffen. Die Geburtsstadt Mozarts wurde für die unterschiedlichen Temperamente aus Frankreich, Japan, Armenien und Österreich der ideale künstlerische Nährboden, um zu einer gemeinsamen musikalischen Sprache zu finden. 

Nach einem Aufsehen erregenden Live-Auftritt bei Radio France in Paris im Jahr 2018, folgte mit der Platzierung als Finalisten des Kammermusik Wettbewerbes “Eugène Ysaÿe” in Liège ein angesehener Erfolg, gefolgt von einem 3. Platz beim internationalen Anton Rubinstein Wettbewerb in Düsseldorf. 

Aufhorchen ließ das Engagement durch das deutschen CD Label CPO. Die Gesamtaufnahme der Streichquartette des deutschen Spätromantikers Felix Draeseke wurden mit großem Erfolg bei der Presse erstmals eingespielt. Danach folgte die Produktion sämtlicher Streichquartette Michael Haydns und derjenigen von Emile Mayer, einer Zeitgenössin Beethovens. 

Impulse erhielt das Quartett aus der Zusammenarbeit mit den Künstlern des Casals-Quartetts, Rainer Schmidt (Hagen-Quartett), William Coleman (Kuss-Quartett), Milan Milojicic (Minetti-Quartett), Lavard Skou-Larsen, Christoph Schlüren u.a.

Das Repertoire des Ensembles umfasst alle Sparten, legt jedoch einen Schwerpunkt auf noch nicht entdeckte Komponisten vergangener Epochen. Das Constanze Quartett wird regelmäßig zu Gastspielen und Tourneen auf Festivals in Europa und nach Amerika eingeladen.

www.constanzequartett.com