Kammerkonzert

 

Frauenstimmen, 2020, 4. Konzert

NEUER TERMIN: Sonntag, 23. August 2020

 



Alexander Hohenthal (Violine), Herbert Lindsberger (Viola), Florian Simma (Violoncello), Carlos Goikoetxea (Klavier) interpretieren Werke von Luise Adolpha Le Beau (1850−1927) 

Moderation: Nadja Kayali

 


Der in der steirischen Stadt Bruck an der Mur geborene Geiger Alexander Hohenthal studierte am Mozarteum Salzburg bei Ruggiero Ricci und Paul Roczek und erhielt weitere wesentliche Anregungen von Lukas Hagen, Ivry Gitlis und Sándor Végh. Als Preisträger bei den internationalen Wettbewerben in Tokio, Köln und Salzburg debütierte er anschließend bei den Kammermusikfestspielen Lockenhaus, der Mozartwoche Salzburg, im Wiener Konzerthaus und Musikverein, bei den Salzburger Pfingstfestspielen und gemeinsam mit Nigel Kennedy  in Rom. Alexander Hohenthal tritt international als Solist, Kammermusiker und Konzertmeister auf, unter anderem mit dem Wiener Streichsextett, dem Zehetmair Quartett, Howard Shelley, David Norris, Leonidas Kavakos, Lukas und Veronika Hagen, Cordelia Höfer, Paul Gulda und Alexander Swete. Als Konzertsolist arbeitete er mit Dirigenten wie Sir Roger Norrington, Fabio Luisi, Ivor Bolton, David Hill, Fabrice Bollon, Michael Gielen und John Axelrod zusammen. Er war Konzertmeister der Camerata Salzburg und arbeitete häufig in Großbritannien als Leiter der Southern Sinfonia. Nun ist er als Konzertmeister im Mozarteumorchester Salzburg verpflichtet. Zu seinen Aufnahmen bei Musica Classic gehören: „Debut“ - Solosonaten von Bach, Paganini, Ysaye und Schulhoff, „Haydn alla Zingarese“ mit Paul Gulda, Carsten Neumann, Jensen Lam und Margarethe Deppe sowie „Joseph Joachim: Die Kammermusik“ in Zusammenarbeit mit Cordelia Höfer, Veronika Hagen und Paul Gulda. 

 

Herbert Lindsberger, gebürtig aus Lienz, möchte sich als neugierig und experimentierfreudig bezeichnen, weshalb „Alte“ und zeitgenössische Musik die ideale Klammer bilden für seine primäre Aufgabe als Bratschist im Mozarteumorchester Salzburg. Bereits während seiner Studien bei Jürgen Geise und Thomas Riebl an der Universität Mozarteum führte er quasi ein „Doppelleben“ als Mitglied renommierter Ensembles für historische Aufführungspraxis quer durch Europa. Dazu kamen anderthalb Jahrzehnte Streichquartettspiel mit dem Mozarteum Quartett und jede Menge Uraufführungen mit dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik. Eine Dissertation über Bachs Cellosuiten, die intensive Beschäftigung mit der Viola d’amore und das Herzensprojekt „Saudade“ rund um den Salzburger Komponisten Sigismund von Neukomm und dessen brasilianische Verbindungen prägten die Arbeit der vergangenen Jahre. Auf der Original-Viola von Mozart zu konzertieren und dabei die Stiftung Mozarteum vertreten zu dürfen wie zuletzt bei Auftritten in Tokio, unter anderem als Gast des japanischen Kronprinzen, darf zu den erfüllendsten Erlebnissen gezählt werden. 

 

Florian Simma, 1980 in Feldkirch geboren, erhielt seinen ersten Unterricht im Alter von fünf Jahren an der Musikschule Dornbirn. Nach zahlreichen Preisen bei „Jugend musiziert“ setzte er seine Ausbildung bei Christoph Buergi in St. Gallen fort. Anschließend war er vier Jahre lang Schüler von Daniel Müller-Schott in München. Von 1999 bis 2005 studierte Florian Simma an den Musikhochschulen in Stuttgart bei Peter Buck und in Köln bei Frans Helmerson. Der Stipendiat des Internationalen-Richard-Wagner-Verbandes Stuttgart absolvierte ergänzend zu seinem Studium Meisterkurse bei Walther Nothas, Steven Isserlis, und Yehudi Hannani. Das musikalische Feld Simmas ist breit gefächert: So konzertierte er mit Musikern wie Daniel Schnyder, Ingo Goritzki und Daniel Hope und agierte als Solocellist u.a. bei der Camerata Stuttgart und beim Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim. Solistisch profilierte sich Simma sowohl mit Orchester als auch in Recitals. Zudem war er Gast und Dozent bei Kammermusikfestivals und -kursen. Dabei trat Florian Simma in bedeutenden Konzertsälen auf, u.a. in der Philharmonie Essen, in der Liederhalle Stuttgart, im Münchner Gasteig, im Konzerthaus Wien, im Palao de la Musica Valencia, im Megaron Athen, im Festspielhaus Salzburg und im Concertgebouw Amsterdam. Seit Anfang 2008 ist Florian Simma Solocellist beim Mozarteumorchester Salzburg, seit 2012 Cellist des stadler quartetts.

 

Carlos Goikoetxea wurde 1991 in Spanien geboren; 2002 – im Alter von 11 Jahren gab er seinen ersten Konzertabend und trat mit Orchester auf. Seine Konzerttätigkeit erstrechkte sich auf viele Festivals und Konzertsäle inner- und ausserhalb Spaniens, unter anderem nach Berlin, Essen, Weimar, Bad Krozingen, Innsbruck, Paris, Saintes, Lucca, Noli, Verbania, Stresa, etc. Er konzertierte mit dem Staatlichen Sinfonieorchester Moskau, dem Sinfonieorchester von Castile und Leon, den Bilbao Sinfonieorchester, dem Kammerorchester der Caja Duero Foundation und anderen Orchestern, etc. Er ist Gewinner zahlreicher Preise, unter anderem des ersten Preises, des Publikumspreises und des Preises als bester spanischer Pianist beim Internationalen Frechilla-Zuloaga-Klavierwettbewerb 2013. Carlos hat 2015 am Mozarteum in Salzburg sein Klavier-Masterstudium bei Prof. Imre Rohmann und 2019 sein Hammerklavier-Masterstudium bei Prof. Wolfgang Brunner abgeschlossen. Dort unterrichtet er seit 2019 historische Aufführungspraxis. Zuletzt wurden Aufnahmen mit Musik des spanischen Komponnisten Antonio José und die CD „Hexameron“ (MDG) veröffentlicht.

 

„Fremdenführerin für Musik“ betitelte Alexander Kluge sein Fernsehportrait (2006 SAT 1) über Nadja Kayali, die als Tochter eines Syrers und einer Österreicherin in Wien geboren wurde. Dem Studium der Musikwissenschaft und Soziologie folgten Engagements an Theater und Oper, u.a. als Regieassistentin von Christoph Marthaler (u. a. an der Berliner Volksbühne und dem Hamburger Schauspielhaus), als Dramaturgin und Regisseurin in Luzern und im Betriebsbüro der Opéra du Rhin in Strasbourg. Seit 2002 zurück in Wien, spezialisierte sich Nadja Kayali einerseits auf die Inszenierung ungewöhnlicher Musikprojekte, wie u. a. „Schönberg in der Straßenbahn“ oder das Festival „Geheimnis Musik“ in einem Wiener Barockpalais. Hinzu kommen Auftritte als Rezitatorin, beispielsweise im Jahre 2016 mit dem Ensemble Wiener Collage im Arnold Schönberg Center: „Seltsam ist ́s im Schnee zu wandeln”, 10 Uraufführungen zeitgenössischer Komponisten verknüpft durch die Lesefassung des Romans „Das letzte Abenteuer” von Heimito von Doderer oder im Jänner 2017 beim renommierten Barockfestival „Resonanzen” im Wiener Konzerthaus zusammen mit dem Cembalisten Johannes Maria Bogner „Die phantastischen Reisen des Herrn Froberger” und im Juni 2018 mit dem RSO Wien mit Texten von Richard Wagner und Stefan George. Andererseits ist Nadja Kayali als Moderatorin (u.a Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern, den Wiener Symphonikern und dem RSO) und als Vortragende für Konzert- und Operneinführungen sehr gefragt, u.a. gestaltet sie seit 2015 den Zyklus „Vier Instrumente im Gespräch” zum  Streichquartettzyklus Belcea&Artemis im Wiener Konzerthaus und war von 2002-13 über 100 Mal im Rahmen der Salzburger Festspiele zu hören. Seit 2007 gestaltet und moderiert Nadja Kayali Radiosendungen beim Sender Ö1 (ORF), darunter die Prime-time Sendung „Pasticcio”, sowie ein eigenes Kammermusikprogramm „Anklang” und regelmäßig die Sendungen Radiokolleg, Spielräume spezial, Spielräume Nachtausgaben, Selten wie ein Feiertag, Weihnachten mit Ö1, Literatur am Feiertag u.a.2017 wurde sie vom WDR Köln eingeladen ein Feature zu gestalten: „Der imaginäre Orient”.Der Einfluss des „Orients“ auf die klassische Musik zählt zu einem ihrer inhaltlichen Hauptschwerpunkte, mit dem sie sich auch in Programmheftbeiträgen für die Hamburger und die Wiener Staatsoper, sowie in zahlreichen Vorträgen (u.a. für die Österreichische Orient Gesellschaft und das Al-Bustan Festival in Beirut) und Projekten im In- und Ausland beschäftigte, u.a. an der Staatsoper Almaty (Kasachstan), an den Konservatorien von Almaty, Bischkek (Kirigisistan), Dushanbe (Tadschikistan), Ashgabat (Turkmenistan), ebenso in Ankara (mit dem Bilkent Orchester) und Istanbul, sowie als Dramaturgin des Morgenland Festivals Osnabrück (2005-2007) und an der Staatsoper unter den Linden (Moderation der Deutschland Tournee des Teheran Symphony Orchestra 2006) und dem Ethologischen Museum Dahlem in Berlin. Außerdem widmete sich Nadja Kayali in mehreren Projekten der Literatur des persischen Mittelalters. Sie hat zusammen mit Angelika Messner das Libretto der Oper „Neda – der Ruf” geschrieben (UA 2010 Theater Osnabrück, Neuinszenierung 2017 Theater Kaiserslautern). Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt (3000 ZuschauerInnen) „Die Illusion  des Orients” in der Zacherlfabrik für den Tag des Denkmals 2014´gründete Nadja Kayali zusammen mit Roman Tronner das Unternehmen „Trifoliata”, das Wissen mit künstlerischen Mitteln in Erkenntnis verwandelt. Das letzte Projekt war die Dramatisierung des rechtsphilosophischen Sachbuches über den Fall des SS-Richters Konrad Morgen, „Weil ich nun mal ein Gerechtigkeitsfanatiker bin” von Herlinde Pauer-Studer/David Velleman (suhrkamp). In Nadja Kayalis Inszenierung wurde das Stück mit den Burgschauspielern Robert Reinagl und Petra Morzé im Mai 2017 im Justizpalast in Wien uraufgeführt und im Mai 2018 im ORF Salzburg weitere Male gespielt.