WILDE KOMPONIEREREI - EIN LIEDERABEND

 

Frauenstimmen 2020, 3. Konzert

NEUER TERMIN: Sonntag, 2. August 2020, 19:30

 



 

Klaudia Tandl (Mezzosopran) und Gisela Jöbstl (Klavier) interpretieren Lieder von Rebekka Clarke (1886−1979), Margareta Ferek-Petric, Alma Mahler  (1879−1964), Betsy Jolas (*1926), Manuela Kerer (*1980) u. a.

 

Die Mezzosopranistin Klaudia Tandl und die Pianistin Gisela Jöbstl spannen in ihrem Programm einen Bogen von Komponistinnen des 20. Jahrhunderts wie Rebecca Clarke bis hin zu Margareta Ferek-Petric und anderen Zeitgenossinnen.

Dass in ihrem Programm ausschließlich Komponistinnen vertreten sind, ist ein bewusster Entschluss. Sind doch auch heute noch ihre Werke auf den Programmzetteln der Konzerthäuser viel seltener vertreten. Kunst braucht einen langen Atem. Er habe den langen Atem, der seinen Feinden fehle, sagte Schönberg. Der lange Atem ist immer noch angesagt, insbesondere wenn es um das Erreichen von gleichwertiger Wahrnehmung männlicher und weiblicher Leistungen für die Gesellschaft geht.

Das Liedduo stellt in diesem Programm ganz verschiedene künstlerische Standpunkte vor – jenen von Alma Mahler etwa, der der große Gustav das Komponieren tatsächlich untersagte. Diese Erlebnisse verarbeitet Manuela Kerer in ihrem Werk »Alma Phantasien«. Es ist eine ausdrucksvolle, stark gestikulierende Interpretation Alma Mahler'scher Texte. Eine »Wilde Komponiererei«, wie man sie Manuela Kerer gerne abnimmt. Weniger bekannt erscheint hierzulande das Oeuvre der französischen Komponistin Betsy Jolas, deren Zyklus »Plupart du temps« bereits 1949 entstand. Die zu diesem Zeitpunkt 22-Jährige taucht in dieser Komposition in die surrealistisch und lautmalerische Welt - prägend für diese Zeit - ein. “…Forty years later, upon re-reading the same poem „En face“, and reconsidering the music that I had provided for it long since, I brought to mind that remark so true made by Schoenberg: „when I was young, I had set poems to music that I did not understand. But my music – it understood them… “

Die außergewöhnlichen Lieder all der Komponistinnen, die an diesem Abend zu Gehör gebracht werden, sind unglaublich kraftvoll und werden leider viel zu selten aufgeführt.

 

Die österreichische Mezzosopranistin Klaudia Tandl schloss 2016 ihr Masterstudium für Gesang sowie 2019 das Masterstudium für Konzertgesang jeweils mit Auszeichnung an der Kunstuniversität für Musik und Darstellende Kunst in Graz ab. Als Absolventin erhielt Klaudia 2019 einen Würdigungspreis der Kunstuniversität Graz für besondere Leistungen.

Die Sängerin widmet sich mit großer Leidenschaft dem Lied. Gemeinsam mit ihrer Duopartnerin Gisela Jöbstl gewann sie beim Internationalen Wettbewerb für Liedkunst in Stuttgart 2018 sowie beim III. Internationalen Schubert-Wettbewerb jeweils einen 3. Preis.

Wichtige Impulse erhielt sie in zahlreichen Meisterklassen, darunter als Stipendiatin beim Franz Schubert Institut in Baden bei Wien, oder dem Oxford Liederfestival, bei namhaften Künstler*innen wie Elly Ameling, Robert Holl, Ann Murray, Angelika Luz, Birgid Steinberger, Brigitte Fassbänder, Christa Ludwig, Olaf Bär, Andreas Schmidt, Wolfram Rieger, Helmut Deutsch, Julius Drake und Roger Vignoles. 

Die Zusammenarbeit mit namhaften Ensembles wie dem ensemble plus aus Vorarlberg, oder den Kontrapunkten aus Wien, markieren eine weiteren Schwerpunkt im Schaffen der Sängerin: Zeitgenössische Musik. Im April 2019 hatte Klaudia Tandl ihr Debut im Musikverein Wien mit dem Ensemble Kontrapunkte unter der Leitung von Peter Keuschnig. Eine weitere Zusammenarbeit mit der Mezzosopranistin findet im Februar der kommenden Saison 20/21 statt.

Lieder Recitals führen die junge Mezzosopranistin durch ganz Europa. So war Klaudia Tandl am 29. Jänner 2020 bei der Schubertiada in Barcelona gemeinsam mit dem Pianisten und Liedbegleiter Eric Schneider zu hören.

Im Jänner 2018 erschien eine CD der Zeit-Ton-Edition des ORF mit einem Portrait des Komponisten Christoph Renhart. Dieser, am Klavier, präsentiert in dieser Ausgabe gemeinsam mit der Mezzosopranistin den preisgekrönten Liederzyklus „Farben des Mohns“.

 

Die Pianistin Gisela Jöbstl wurde 1987 in Kärnten geboren, wo sie ihre musikalische Ausbildung im Alter von fünf Jahren begann. Während sie am Konservatorium, Klagenfurt Unterricht am Klavier und an der Violine erhielt, war sie mehrfache Preisträgerin bei nationalen Wettbewerben und hatte außerdem die Möglichkeit mit dem Kärntner Symphonie Orchester solistisch aufzutreten.

Gisela Jöbstl studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Prof. Adrian Cox Klavier. Weiters schloss sie das Masterstudium Klaviervokalbegleitung bei Julius Drake an der Universität für Musik und darstellenden Kunst, Graz mit Auszeichnung ab.

Gisela tritt regelmäßig als Liedpianistin u.a bei der Schubertiade Atzenbrugg, Junge Schubertiade Wien, Wiener Konzerthaus und Geburtshaus Hugo Wolf auf. Außerdem war sie 2013 und 2015 Stipendiatin der Oxford Residential Lieder Masterclass, wo sie die Möglichkeit hatte, im Rahmen des renommierten Lieder-Festivals im Holywell Music Room aufzutreten, und war 2016 Stipendiatin des Franz-Schubert-Instituts in Baden.

Seit 2017 hat sie einen Lehrauftrag an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien inne.