Joëlle Léandre und Elisabeth Harnik

improvisieren und spielen eigene Werke

Frauenstimmen 2019, 2. Konzert

Samstag, 06. April 2019

19:30 Uhr

Domchorsaal, Kapitelplatz 3, Salzburg



Joëlle Léandre (Paris), die „Grande Dame“ am Kontrabass in der Improvisierten Musik, hat in über 40 Jahren ihrer Karriere mit zahlreichen Größen des Jazz musiziert. John Cage, Scelsi, Lacy, Clementi …über 40 Komponisten haben für sie komponiert und sie hat mit so einschlägig bekannten Spitzenensembles wie l’Itinéraire, 2e2m und Pierre Boulez’s Ensemble Intercontemporain gespielt. Auch sie selbst komponiert und ist vor allem als begnadete Improvisatorin weltbekannt und gefragte Partnerin von Derek Bailey, Anthony Braxton, George Lewis, Evan Parker, Irene Schweizer bis Fred Frith, John Zorn und Marilyn Crispell. Ihre Arbeit ist auf weit über 150 LPs/CDs dokumen-tiert.

 

Elisabeth Harnik, in Graz geboren, studierte zunächst klassisches Klavier, später folgte das Kompositionsstudium bei Beat Furrer an der Kunstuniversität Graz. Ihre kompositorischen Aktivitäten führen zu Aufträgen und Aufführungen. Als Improvisationsmusikerin ist seit 1996 solo und in Ensembles mit exponierten VertreterInnen des zeitgenössischen Jazz weltweit zu hören. Neben ihren zahlreichen Duo-, Trio- und Quartettformationen verbindet sie u.a. eine langjährige musikalische Freundschaft mit der Chicagoer Free-Szene oder etwa der britischen Violonistin Alison Blunt. CD-Veröffentlichungen dokumentieren ihre kompositorische und pianistische Tätigkeit und sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen. Zuletzt war sie Preisträgerin des SKE Publicity Awards.

 

„Zwei Generationen selbstbewusster Improvisatorinnen, die das Gegenwartstreiben freier Improvisationsneigung in Bezug auf die nach wie vor maskuline Dominanz gehörig aufmischen und andererseits mit ihrer offenkundigen Eigenwilligkeit musikalische Relevanz betreiben. Die Rede ist von Joëlle Léandre, anerkannte Kontrabass-Koryphäe seit vier Jahrzenten, und Elisabeth Harnik, auffallende Improvisationsgröße, die behände die Klaviatur der Fantasie bespielt, des hiesigen Zirkels der „ExtemporistInnen“. Sofort im Zentrum des Hörerlebnisses steht das engverkabelte Zusammenwirken in den Dialogen, genannt Ear Area, die die beiden Musikerinnen seit einigen Jahren konsequent führen. Weiters, das feine Empfinden für Klang und die spezielle Fähigkeit, aus dem Moment heraus Form mit Inhalt zu versehen. Technisch weisen sie fraglos jeden Makel von sich. Ansprechendes zu Hauf bietet ihr undogmatisches Herangehen an musikalische Funktionalismen und die primäre ad hoc-Leidenschaft. Es wird nicht die Frage gestellt, ob die Töne nur um tonale Zentren kreisen, ob nur ein abstrakter Klangfarbenaspekt zählen soll. Sowohl das eine wie das andere lassen die Musikerinnen bravourös passieren. Mit welcher Lust da harmonische Kleinode in Richtung von Regionen indeterminierter Klänge strömen, Tremoli/ Glissandi durch Obertonstrukturen flirren oder markante perkussive Pattern ihren Reigen tanzen. Darüber liegt ein Firnis menschlicher, emotionaler Tiefe. Zartheit in der Radikalität. Das cortische Organ auf Freiflug." (Hannes Schweiger)


programm

TENDER MUSIC

1.  EAR AREA I
2. EAR AREA II
3. EAR AREA III
4. EAR AREA IV
5. EAR AREA V
6. EAR AREA VI


die Protagonistinnen improvisierter Musik

(Webseiten:)