Mittwoch, 24. Mai 2023, 19:30, Domchorsaal

"In die Ferne Gesungen"

Komponistinnen und ihre Wege über drei Jahrhunderte (Liederabend)

Vanda Šípová (Sopran), Barbora de Nunes-Cambraia (Mezzosopran)

 

singen Werke von

 

Vítězslava Kaprálová (1915-1940), Lenka Nota (geb. 1974), Elise von Schlik (1792-1855), Agnes Tyrrell (1846–1883) u.a.

Das Konzert stellt ausgewählte tschechische und österreichische Komponistinnen aus drei Jahrhunderten vor, die sich trotz ganz verschiedener biographischer Entwürfe und sozio-kultureller Rahmenbedingungen über Musik, speziell Lieder und Klavierwerke, also Musik für kleinere, intimere Aufführungskontexte, auf eine Reise machten – auf eine Reise ins innere Selbst, in die komplexe und facettenreiche Kultur des Heimatortes oder in andere Kulturen. Nicht selten reflektieren diese musiko-poetische Reisen eine Art Sehnsucht nach innerer und äußerer Sicherheit, nach Abenteuer oder nach menschlichen Beziehungen. Die hier vorgestellten Komponistinnen schlugen völlig unterschiedliche Richtungen ein, ihre Wege jedoch kreuzen sich metaphorisch und/oder physisch an manchen Stellen. Das vorgeschlagene Konzert lädt ein, diese Wege näher zu erkunden und dabei in musikalische Welten ganz verschiedener Zeiten einzutauchen.

v.l.n.r.: Barbora de Nunes-Cambraia (Mezzosopran), Vanda Šípová (Sopran)   ©Aneta Kupcová

“Die menschliche Stimme ist das perfekteste Musikinstrument, das direkt mit Herz und Seele verbunden ist“, schreibt Komponistin Lenka Nota auf ihrer Webseite. Nota hat eine Reihe von Werken für unterschiedlichste Besetzungen und für verschiedene Anlässe komponiert. Inspiration für ihre Musik schöpft sie aus mährischer Folklore, östlicher Philosophie und spiritueller Literatur verschiedener Religionen. Die gebürtige Tschechin lebt und arbeitet seit mehreren Jahren in Österreich. Ihre Auffassung der menschlichen Stimme als Vehikel inneren Ausdrucks in der Musik, die vielfältigen Quellen ihres kreativen Schaffens und ihre transkulturelle Weltsicht teilt sie mit vielen Zeitgenoss:innen und Vorgänger:innen sowohl aus Tschechien als auch aus anderen Ländern. Obwohl sich kompositionsästhetisch in den letzten drei Jahrhunderten viele verschiedene Entwicklungen zugetragen und im Zuge dessen auch unterschiedliche Stile herausgebildet haben, scheint es, als wäre Musik eine durchgängige Konstante im Ausdruck menschlicher Gefühle und ein zuverlässiger Rückzugsort in aufregenden und unsicheren Zeiten.