frauenstimmen

In der Konzertreihe FRAUENSTIMMEN, deren 10-Jahr-Jubiläum wir heuer feiern, werden bevorzugt die Werke von Frauen aufgeführt. Wir versuchen, das Verhältnis, das in konventionellen Konzerten vorherrscht (99,9 Prozent von Männern, 0,1 Prozent von Frauen komponierte Werke), umzukehren. Bei uns werden nur Programme angenommen, bei denen die Musik mindestens zu 75 Prozent von Frauen stammt. Weil es so viele großartige Komponistinnen gibt, sind es aber oft auch 100 Prozent.


NÄCHSTE VERANSTALTUNG:

KAMMERKONZERT

Alexander Hohenthal (Violine), Herbert Lindsberger (Viola), Florian Simma (Violoncello), Carlos Goikoetxea (Klavier) interpretieren Werke von Luise Adolpha Le Beau (1850−1927) 

Moderation: Nadja Kayali

FRAUENSTIMMEN 2020, 3. Konzert

NEUER TERMIN: Sonntag, 23. August 2020

19:30 Uhr

Domchorsaal, Kapitelplatz 3, Salzburg



"....es spielten auch Mädchen bei den Violinen im Orchester mit und ich kann versichern, daß meine Fantasie mir nie besser begleitet wurde als in Salzburg" schreibt die Komponistin und Pianistin Luisa Adolpha Le Beau über ein Konzert in Salzburg, das sie 1884 unter der Leitung von Johann Friedrich Hummel und dem damaligen Orchester des Mozarteums gegeben hatte. 

Luise Adolpha Le Beau (1850–1927) war in der Musik zunächst Schülerin ihres Vaters, des Offiziers Wilhelm August Le Beaus. Später war sie Schülerin des Karlsruher Hofkapellmeisters Wilhelm Kalliwoda, wurde aber auch von Clara Schumann einen Sommer lang unterrichtet. Sie begann ihre Karriere als Pianistin, studierte aber auch Komposition bei Josef Gabriel Rheinberger und Franz Lachner in München. Mit ihren Cellostücken op. 24 gewann sie – als einzige weibliche Teilnehmerin – einen Kompositionswettbewerb, in dessen Jury Nils Gade und Carl Reinecke saßen. Selbst Eduard Hanslick, der gefürchtete Wiener Kritiker bescheiniget ihr eine "solide musikalische Bildung, welche sie befähigt, sich in größeren, sonst nur vom starken Geschlechte bewältigten Kunstformen zu versuchen". Ihr Oratorium Ruth war jahrelang Teil des internationalen Oratorienrepertoires und wurde in Luzern, Amsterdam, Konstantinopel und Sydney aufgeführt, ohne dass sich die Komponistin besonders darum bemühen musste, ihre Kammermusik wurde verlegt und gespielt – Dennoch ist das Werk von Luise Adolpha Le Beau heute so gut wie vergessen. Die FRAUENSTIMMEN bringen die Musik dieses "Ehrenmitglied des Mozarteums", zu dem Luise Adolpha Le Beau 1884 anlässlich ihres Konzerts in Salzburg ernannt wurde, in einem hörenswerten Konzert zum ersten Mal wieder in die Stadt zurück.

 

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Autoren wie Eva Rieger, Gerhard Ammerer, Geneviève Geffray, Christoph Großpietsch, Ulrike Kammerhofer-Aggermann, Monika Kammerlander, Anja Morgenstern, Eva Neumayr und Käthe Springer Dissmann beschäftigen sich in der neuen Publikation Maria Anna Mozart, Facetten einer Künstlerin, hrsg. von Eva Neumayr, Wien: Hollitzer, 2019 (Veröffentlichungen des Archivs der Erzdiözese, Bd. 20) mit dem Lebens und des Wirken dieser Salzburger Musikerin abseits ihrer Rolle als Schwester W. A. Mozarts und Tochter Leopold Mozarts. Es zeigt sich, dass sich das Bild verändert, das wir von ihr haben, und das vor allem von den Biographen ihres Bruders gezeichnet wurde: von der von gesellschaftlichen Zwängen einge-schränkten Frau hin zu der im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst agierenden Pianistin, Klavierpägagogin und Vermittlerin der Werke ihres Bruders.

 



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